Stoffwechselkur: Das Tagebuch eines Selbstversuches

Stoffwechselkur: ein Selbstversuch


Hinweis: Links zu Literatur und Trackinglinks für ausgewählte und von mir als gut befundene Produkte sind in diesem Bericht enthalten. 

Seit einiger Zeit ernähre ich mich Low Carb (etwa 100 g KH am Tag) und bin jetzt wohl so nahe an der Schwelle zu meinem Wunschgewicht, das ich dadurch leider nur noch mein Gewicht halten kann, jedoch nicht mehr abnehme. Nach viel Recherche und dem wirklich genauen Abwägen der (wenigen) Pros und (vielen) Contras habe ich mich nun entschieden, eine dreiwöchige Entgiftungs-und Stoffwechselkur zu machen.

Das Prinzip beruht darauf, durch eine homöopathische Dosis an Gonadotropin
(ein Schwangerschaftshormon) sowie eine gemüse-und eiweissbetonte Ernährung (500-600 kcal), aber ohne nennenswerte Kohlenhydrate und Fett, die lästigen Fettposter zum Schmelzen zu bringen. Ich habe mich vor der Kur eingehend im Internet eingelesen, sowie das Buch von Anne Hild benutzt.





Ich benutze allerdings, wie schon erwähnt nicht die im Buch propagierten Hormonytropfen, sondern Globuli, die man in Versandapotheken bzw. bei Amazon bestellen kann.


Die Globuli sowie der Hungerstoffwechsel sollen dazu führen, dass der Körper an seine Fettreserven geht und man ohne großartigen Hunger die drei Wochen gut übersteht sowie hinterher sowohl Fett als auch die in den Fettzellen gespeicherten Giftstoffe abgegeben hat.

Viel Trinken sowie ab und an ein Basenbad
sollen die freigesetzten Giftstoffe ausschwemmen sodass man sich hinterher wunderbar gereinigt und befreit fühlen soll.  Um keine Mangelerscheinungen zu kriegen und dem Körper beim Entgiften zu helfen werden Multivitamine, MSM (Methylsulphonylmethan)
sowie Antioxidantien eingenommen. Das ist ehrlich gesagt der Teil der Kur, bei dem es sich in mir ein wenig sträubt, denn ich bin absolut kein Freund von Tablettenschlucken und ziehe es eigentlich immer vor, die benötigten Nährstoffe weitestgehend über eine gesunde Ernährungsweise aufzunehmen.

Klingt ungesund? Nicht zu schaffen?

Niemals werden dabei Fettreserven unwiderruflich verbrannt?

Genau das dachte ich mir auch…aber ich lasse es auf einen Versuch abkommen und ich werde über meine Erfahrungen und mein Befinden hier so oft es geht schreiben. Mein Startgewicht verrate ich nicht, aber ich verrate, wieviel ich jeden Tag zu-oder abgenommen habe, was ich gegessen habe und wie ich mich fühle. Das tägliche Wiegen und wöchentliche Vermessen von Brust, Taille und Hüfte, sowie Oberarmen und Oberschenkeln gehört als Erfolgskontrolle zur Kur. 

Tag 1 und 2: Ladetage

Die ersten beiden Tage der Kur sind Schlemmertage, an denen man so viel wie möglich an Fetten und KH aufnehmen soll, um die Anfangsphase der Kur gut überstehen zu können. Das hört sich für mich irgendwie ziemlich unlogisch an, aber aus Angst bereits an den ersten Tagen vor Hunger fürchterlich zu leiden, habe ich versucht, die Tage viel zu essen.
 Gleichzeitig beginnt man mit der Einnahme der Globuli (ich nehme 4x täglich 5 Globuli)…und ob Einbildung oder nicht, aber es viel mir echt unglaublich schwer Süßigkeiten und Fettiges zu essen, denn ich war schon nach kurzer Zeit echt satt.

Auch am zweiten Schlemmertag viel es mir weiterhin schwer, so viel zu essen. Ich hatte Besuch zum Brunch, was es etwas einfacher machte, ein bisschen vor sich hinzuessen. Ob es an der Einnahme der Globuli liegt sei immer noch dahin gestellt, aber selbst mein Lieblingseis musste ich mir abends fast reinzwingen. Ich habe das Wochenende außer zum Essen auch noch dazu genutzt, mir zwei leckere Gemüsesuppen (Tomate und Champignon) sowie Ratatouille vorzukochen und einzufrieren, damit ich zum Feierabend nicht noch, möglicherweise halb verhungert (man weiß ja nie!), anfangen muss zu kochen. Außerdem habe ich mir das Mittagessen für den kommenden Tag vorbereitet, das aus einem großen, gemischten Salat mit Garnelen und Ei bestehen sollte.
Gewicht am Morgen: + 400g

Woche 1 (strenge Tage)

Heute ist nun der erste Tag, an dem es „ernst“ wurde. Zum Frühstück gab es einen Kaffee ohne Milch, sowie 100 g Erdbeeren mit 300 ml Wasser und 1 EL Flohsamen zu einem Shake gemixt. Der Shake hat mich bis etwa 10 Uhr gut gesättigt und schmeckte einigermaßen.  Am späten vormittag hat der Magen etwas geknurrt, aber es war mit verschiedenen leckeren Teesorten echt gut auszuhalten. Ich hatte vor dem ersten Tag echt ein bisschen Bammel, weil ich sonst echt zur Furie werden kann, wenn ich sehr hungrig bin oder Schmerzen habe, aber die sehr gefürchteten Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle sind bis Mittag nicht eingetreten. Ich hatte auch Bedenken, dass ich den ganzen Tag nur an Essen denken würde, aber auch das blieb aus. Um kurz vor 12 habe ich meinen leckeren Salat gegessen und habe es nicht geschafft, die Portion aufzuessen. Es ist wirklich erstaunlich, dass ich keine Gelüste hatte, auch nicht im berühmten Nachmittagstief. Gegen 16:30 Uhr habe ich fast eher aus Vernunft, um den bevorstehenden Elternabend ohne Qualen zu überstehen, einen erlaubten Apfel gegessen und immer noch auf eintretende Schmerzen oder Hungerattacken gewartet.
Die einzigen Beschwerden, wenn man sie überhaupt so nennen kann, ist ein schnelleres Frieren, ich bin aber auch sowieso eine echte Frostbeule! 

Das Frühstück der weiteren Tage war immer sehr ähnlich, da man ja nicht sehr viel Auswahl an Obst hat, um einen morgentlichen Shake zu trinken. Ich habe mit Heidelbeeren, Papaya und Erdbeeren, sowie Himbeeren experimentiert. Meine Lieblingskombi ist bisher Erbeeren mit Rhabarber, 1 EL Eiweisspulver und 1 EL Flohsamenschalen mit Wasser im Mixer fein püriert.
Zum Mittagessen gab es entweder gemischten Salat mit Tunfisch/Ei oder einen Rest vom Abendessen, also Gemüsesuppe (Tomatensuppe, Champignonsuppe etc.), ein Stück mageren Fisch oder Fleisch (Kabeljau, Rindertatar, Rindersteak) mit Gemüse (Bluccoli, Paprika, Lauch,  Steckrübe etc.).

In der ersten Woche, in der ich auch ganz normal arbeiten war habe ich bemerkt, dass ich mit meinem Frühstücksshake gut bis zum Mittagessen durchhalte, ein kleines Hungertief nachmittags, so gegen 16 Uhr aufkommt. Da aß ich dann, je nach Appetit eine Orange, einen Apfel oder ein Stück Knäckebrot und nahm auch die Globuli ein.
Damit bin ich sehr gut gefahren und hatte bis zum Abendessen keinen Hunger.

Zum Abendessen gab es, falls es mittags etwas Warmes gab, Salat mit Putenstreifen/Schweinefilet/gebratenen Pilzen oder eine Suppe mit Hühnerbrust/Tofu und Gemüse, Konjaknudeln mit Bolognesesauce (aus Rindertatar), Steak mit Ofengemüse.
Der Phantasie sind im Prinzip kaum Grenzen gesetzt, solange man alle mageren Fleischsorten ohne Fett anbrät oder grillt sowie für die Suppen fettfreie Brühe verwendet.

Mir ging es die ersten 5 Tage der Kur wunderbar, der Hunger war gut auszuhalten bzw. kam garnicht erst auf. Am 7. Tag der Woche hatte ich ziemliche Kopfschmerzen, die entweder damit zu tun hatten, dass ich einen Tag vorher zu wenig getrunken hatte, allerdings könnte es auch ein kurzer Migräneanfall gewesen sein.

Ich habe zweimal ein Basenbad genommen, das die Haut sehr schön weich macht und schön entspannt. Außerdem kommt das Aloe-Vera Gel, das ich benutze, meiner Haut sehr zu Gute.

Gewichtsabnahme nach 1 Woche: -2,5 kg

Woche 2 (strenge Tage)

In die zweite Woche bin ich noch weitaus entspannter gestartet, da ich eine Woche Urlaub hatte und somit den Alltag langsamer angehen lassen konnte. Auf meiner Wunschliste für diese Woche stand auch einen Tag Therme und evtl. einmal Sauna nach dem Sport, sowie mindestens 2 Sporteinheiten, davon eine Joggen. 

Mein Frühstück für die zweite Woche hat sich nicht verändert, es gab jeden Tag einen Shake mit Eiweißpulver, Erdbeeren, Heidelbeeren oder Papaya sowie Flohsamenschalen. 

Für die Mittags-und Abendmahlzeiten habe ich folgende Gerichte eingeplant:
Zucchinipuffer mit fettarmen Hüttenkäse, Fisch auf Gemüsebett, gefüllte Champignons, gemischter Salat mit gebratenen Pilzen oder gebratenen Hühnerstreifen, Ratatouille mit Steak. Oft habe ich meine Portion nicht geschafft und den Rest am Abend oder nächsten Tag zum Mittag gegessen. 

 Ein Ausflug in den Zoo stellte mich vor eine Herausforderung, weil ich mir was diätkonformes mitnehmen wollte um garnicht in Verführung zu geraten. Ich habe mir also eine große Dose geschnittene Paprika, Kohlrabi sowie einen Apfel und ein Knäckebrot, sowie ein gekochtes Ei mitgenommen, und es hat vollkommen ausgereicht und lecker geschmeckt. Zum Abendbrot habe ich mir eine wärmende Gemüsesuppe mit Ingwer und Hühnchen sowie Konjakreis gegönnt :-)

Bei einem weiteren Ausflug in die Therme habe ich mir ebenfalls viel geschnittene Rohkost mitgenommen, was auch gut gereicht hat. 

Gefühlt habe ich mich in dieser zweiten Woche hervorragend. Zum Einen habe ich weitere 2 kg verloren, sodass ich meinem Traum von 57 kg nun schon sehr nahe bin und endlich wieder die "unter 60 kg-Marke" geknackt habe. Zum Anderen hatte ich so gut wie gar keinen Hunger und fühlte mich insgesamt genauso fit, wie vor der Diät. Ich war einmal im Fitnessstudio und einmal Joggen und habe mich gut gefühlt dabei.
Die Angst oder Bedenken die ich hatte waren bisher in meinem Fall nicht berechtigt!


Woche 3 (strenge Phase) 


Leider war mein Urlaub vorbei und die letzte Woche der Stoffwechselkur startet mit einer neuen Arbeitswoche. 
Zum Frühstück habe ich mir abwechselnd meinen Flohsamenshake mit Papaya, Heidelbeeren oder Erdbeeren gemacht und muss sagen, dass ich mich schon nach der dritten Woche auf ein bisschen Abwechslung freue. Ich esse ansonsten gerne Porridge zum Frühstück mit Obst und Joghurt, gerne auch ein bisschen warm gemacht. Das „kalte“ Shakefrühstück bin ich langsam satt, werde es aber die eine Woche noch durchziehen.

Ich habe mich schon während meiner Low Carb Zeit (die ich auch nach der Stoffwechselkur fortsetzen werde) oft eigenes Essen zur Arbeit genommen, weil mir die Kantine nicht schmeckt und es dafür doch viel zu teuer ist. Daher bin ich die dritte Woche gut ausgestattet mit Knäckebrot, Äpfeln und einem leckeren gemischten Salat mit jungem Spinat, Tomaten und Gurken sowie Tunfisch und Ei in die Woche gestartet. Abends haben sich meine Männer Buletten gewünscht. Das war gar kein Problem, denn es gibt mittlerweile fast überall fettarmes Rinderhack oder Tatar zu kaufen, sodass ich auch super mitessen konnte. Als Gemüse gab es für mich Kohlrabigemüse, sowie Blumenkohl und Brokkoli…sehr lecker.

Meine weiteren Mahlzeiten die Woche über waren:  2 x Gemischter Salat mit Hühnerbrust und Orange oder Putenstreifen, Ratatouille mit Bulette, Gemüsesuppe mit Tofu und Konjaknudeln, Tunfischbodenpizza mit Gemüsebelag und Rinderschinken (das war sowas von lecker!), Rinderroulade mit Gemüse, Sauerkrauttopf mit Kasselerlachs, Tomatensuppe.
 Oft habe ich mehr gekocht und den Rest am nächsten/übernächste Tag zu Mittag gegessen.


Außerdem habe ich die dritte Woche mit einem kleinen Workout angefangen, ich mache also morgens nach dem Kaffee noch zusätzlich zum Fahrradfahren und Joggen, sowie Fitnessstudio Liegestütze und Bauchmuskelübungen. Das alles ist mir nicht schwerer gefallen als sonst, ich habe mich fit und voller Energie gefühlt und nicht schlapp, ausgehungert oder sonst was. Allerdings hatte ich diese Woche 4 Tage Stillstand auf der Waage, habe mir aber trotzdem vorgenommen bis zum Schluss durchzuhalten. 
Am Wochenende waren wir nicht zuhause, aber meine Schwiegereltern hatten kein Problem damit, dass ich mir mein Essen mitbringe. Gewogen habe ich mich dort auch nicht, wurde aber mit weiteren fehlenden Kilos am Montag Morgen belohnt, so dass ich am Ende der Kur jetzt über 5 Kilo abgenommen habe.

Mein Befinden war leistungsmäßig sehr gut, ich wurde mehrmals auf meine reine Haut angesprochen sowie meinen sichtbaren Gewichtsverlust. Meine Hosen und Strumpfhosen schlackern und rutschen, da muss ich mich wohl zumindest mit neuen Strumpfhosen eindecken ;-)
Gegen Ende der Woche war ich allerdings langsam froh, dass sich die Kur dem Ende neigt. Erstens nervte es total, sich bei Kollegen, Freunden, Bekannten dauernd zu erklären und fast schon zu entschuldigen, für das was man gerade macht. Außerdem hatte ich schon wieder mal Lust auf Anderes Essen, zum Beispiel Quark mit Früchten oder ein bisschen Käse oder eine Scheibe selbst gemachtes Eiweissbrot.

Als Resumee kann ich sagen:


-          Etwa 5 Kilo abgenommen und davon durchaus Fett an gewünschten Stellen J
-          Bessere Haut
-          Keine Verdauungs-und Magenprobleme mehr
-          Gleiche Leistungsfähigkeit
-          Kaum Gelüste oder Hunger
-          Ich bin viel schneller satt, schaffe viel kleinere Portionen
-          ich werde in Zukunft gezielter auf gesunde Fette achten und weiterhin Low Carb leben






Kommentare:

  1. Ich wünsche Dir viel Erfolg bei deinem Selbstversuch. :)
    Darf ich ein klein wenig Kritik anbringen? :)
    Die Punkte im Template erschweren das Lesen wirklich extrem und nehmen einem die Freude deinen Text zu lesen.

    Liebe Grüße Andy

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  3. Ich wünsche dir alles Gute bei deinem Versuch und vor allem das du dein Ziel erreichst
    Gruss Corinna

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  4. Erzähl! wie geht's dir? Lg Steffi

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    1. Es geht mir immer noch super, fast 4 Kilo sind runter, und ich merke: man kann sehr wohl am Bauch abnehmen, der ist nämlich vieeeel weniger geworden! Ich starte daher sehr positiv in die strenge dritte Woche!
      :-)

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    2. Natürlich kann man am Bauch abnehmen,nur nicht gezielt. Das ist und bleibt ein Mythos. :)

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  5. Dann waren dort wohl die meisten Reserven (von meinem Fitnesstrainer liebevoll "Kanister" genannt. :-)), merke es aber auch an den Oberschenkeln und am Rücken

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  6. UPDATE: 2 Wochen nach Ende der Stabiphase wiege ich nochmal ein halbes kg weniger (mit normaler Low Carb Ernährung) und die neuen Hosen in Größe 36 sitzen locker. :-)

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  7. Low Carb funktioniert bei mir auch am besten. Ich habe Anfang des Jahres wieder mit der Ernährungsumstellung begonnen und richtig gute Ergebnisse damit erzielt. Wie schaut es mittlerweile bei dir aus?

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  8. Hallo Miss Cherry!
    Das sind doch super Ergebnisse bisher ;) Wie läuft es bisher? Hast du weiter abgenommen?
    Gruß, Nancy

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    1. Liebe Nancy, ich habe nach der Kur nicht weiter abgenommen aber halte mein Gewicht :-)

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  9. Hey, eine schöner Erfahrungsbericht zur Stoffwechselkur. Vielen Dank dafür ... Ich habe vor knapp einem Jahr mit der SWK 8 kg abgenommen und halte seit dem mein Gewicht. :-) Echt super toll diese Kur ...

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